September 17, 2011
"Mischcultur" und Multikulti

Ein FOCUS-Interview mit Seehofer

Die Integrationsfähigkeit von Zuwanderern hänge auch von ihrer Herkunft ab, sagte Seehofer. „Es ist doch klar, dass sich Zuwanderer aus anderen Kulturkreisen wie aus der Türkei und arabischen Ländern insgesamt schwerer tun. Daraus ziehe ich auf jeden Fall den Schluss, dass wir keine zusätzliche Zuwanderung aus anderen Kulturkreisen brauchen.“ Ab Mai nächsten Jahres greife ohnehin die EU-Freizügigkeit für Arbeitnehmer aus Osteuropa. „Ich habe kein Verständnis für die Forderung nach weitergehender Zuwanderung aus fremden Kulturkreisen“, sagte Seehofer.

[…] „Dazu gehören der Erwerb der deutschen Sprache, die Bestreitung des eigenen Lebensunterhalts und die Akzeptanz der Grundregeln für menschliches Zusammenleben, also der Werteorientierung in der Bundesrepublik Deutschland.“

Werteorientierung? Reicht es nicht, das Grundgesetz anzuerkennen? Ich kann diese hohle Gerede über “unsere Werte”, “abendländische Werte”, “christliche Werte” o.ä. nicht mehr ertragen! Ich möchte an dieser Stelle Max Liebermann zitieren

Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.

Ein Spiegel-Artikel über Multikulti

"Der Ansatz für Multikulti ist gescheitert, absolut gescheitert!”, sagte Kanzlerin Angela Merkel auf dem Deutschlandtag der Jungen Union (JU) in Potsdam.

Multikulti ist tot! Es lebe die deutsche Leitkultur! Neulich war ich in Berlin. Ich habe das Haus der Wannsee-Konferenz besucht. Übrigens sehr empfehlenswert, auch für alle Seehofers und Merkels da draussen. Die Ausstellung ist in mehreren Räumen unterteilt. Im ersten Raum über “Rassismus und Judenfeindschaft”

gibt es einen Auszug aus dem Aufsatz “Unsere Aussichten” von H. von Treitschke (im Bild rot markiert und Betonungen von mir):

Nein, der Instinkt der Massen hat in der That eine schwere Gefahr, einen hochbedenklichen Schaden des neuen deutschen Lebens richtig erkannt; es ist keine leere Redens­art, wenn man heute von einer deutschen Juden frage spricht.

[…]

Was wir von unseren israelitischen Mitbürgern zu fordern haben, ist einfach: sie sollen Deutsche werden, sich schlicht und recht als Deutsche fühlen - unbeschadet ihres Glaubens und ihrer alten heili­gen Erinnerungen, die uns Allen ehrwürdig sind; denn wir wollen nicht, dass auf die Jahrtausende germanischer Gesittung ein Zeit­alter deutsch-jüdischer Mischcultur folge.

[…]

Es bleibt aber ebenso unleugbar, dass zahlreiche und mächtige Kreise unseres Judenthums den guten Willen schlichtweg Deutsche zu werden durchaus nicht hegen.

[…]

Überblickt man alle diese Verhältnisse […] so erschint die laute Agitation des Augenblicks doch nur als eine brutale und gehässige, aber natürliche Reaction des germanischen Volksgefühls gegen ein fremdes Element, das in unserem Leben einen allzu breiten Raum eingenommen hat. […] Täuschen wir uns nicht: die Bewegung ist sehr tief und stark; […] Bis in die Kreise der höchsten Bildung hinauf, unter Männern, die jeden Gedanken kirchlicher Unduldsamkeit oder nationalen Hochmuts mit Abscheu von sich weisen würden, ertönt es heute wie aus einem Munde: die Juden sind unser Unglück!

Nachdem wir das gelesen haben, diskutierten JM und ich über die beängstigende Ähnlichkeit:

JM: Die Geschichte wiederholt sich immer wieder.

TW: Nein, diesmal kann es nicht so weit kommen.

JM: Ein koreanischer Philosoph meinte, dass genau diese Arroganz der Menschen dazu führe, dass sich die Geschichte wiederholt.

August 11, 2011
Plagiate

Ein Artikel über VroniPlag-Gründer Martin Heidingsfelder, sueddeutsche.de

Wenn er von Koch-Mehrin, Chatzimarkakis und auch Pröfrock spricht, merkt man, wie es ihn geradezu persönlich wurmt, dass sie allesamt zwar ihre Doktortitel verloren, aber ihre Mandate nicht abgeben mussten. Daran, meint er, sei Angela Merkel Schuld, die Karl-Theodor zu Guttenberg damit verteidigt hatte, dass sie ihn nicht als wissenschaftlichen Assistenten berufen habe. “Da ist das Doktorats-Plagiat hoffähig geworden. Ich sage extra ,hoffähig’, weil es eine herablassende Haltung gegenüber den Wählern ist.”

Ja, ich bin auch sehr sauer. `_´

8:22pm  |   URL: http://tmblr.co/Z-oSPx8Bg4zX
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June 23, 2011
Im europäischen Süden arbeitet man zu wenig… Oder?

Interessante Statistik in FAZ vom Mittwoch, 22. Juni 2011

Urlaube + Feiertage (Durchschnitt im Jahr 2009 in Tagen)

  • Deutschland: 30 + 10,5
  • Italien: 28 + 11
  • Frankreich: 25 + 11
  • Spanien: 22 + 14
  • Portugal: 22 + 13
  • Griechenland: 23 + 10

Rentenalter (Durchschnitt 2004-09, tatsächliches Eintrittsalter, Männer)

  • Portugal: 67,0
  • Griechenland: 61,9
  • Deutschland: 61,8
  • Spanien: 61,8
  • Italien: 61,1
  • Frankreich: 59,1

Wie schon hier zitiert (Jens Borchers von tagesschau.de)

Die Bundeskanzlerin zielte auf klassische Ressentiments als sie behauptet hatte, im europäischen Süden gehe man viel früher in Rente als im fleißigen Deutschland, das sei zu teuer für die Staaten. Nachweislich falsch, gibt aber Populistenpunkte!

June 13, 2011
Jede Menge Heuchelei

Kommentar von Jens Borchers, tagesschau.de

[…]

Die zweite Heuchelei besteht darin zu suggerieren, wir armen Deutschen müssten dauernd für die finanzpolitischen Chaoten in Griechenland zahlen. Wenigstens Wolfgang Schäuble hatte die Ehrlichkeit darauf hinzuweisen, dass gerade wir, die Export-Vizeweltmeister, unter anderem enorm davon profitiert haben, dass Griechenland viel zu viel eingekauft hat. Bei uns!

[…]

Die Bundeskanzlerin zielte auf klassische Ressentiments als sie behauptet hatte, im europäischen Süden gehe man viel früher in Rente als im fleißigen Deutschland, das sei zu teuer für die Staaten. Nachweislich falsch, gibt aber Populistenpunkte!

[…]

Die Banken haben sich längst teilweise aus ihren Griechenland-Engagements zurückgezogen. Und drohen mit “Reaktionen der Finanzmärkte”, also mit sich selbst für den Fall, dass sie doch jemand ernsthaft in die Verantwortung nehmen will.

[…]

Es war ausgerechnet Gregor Gysi, der in seinem Schwall ziemlich kruder Argumentation eine ausnehmend richtige Feststellung traf: Solange Großbanken so groß bleiben dürfen wie sie sind, können sie die Politik erpressen. Und sie lässt sich erpressen. Im Fall Griechenland und in anderen Fällen auch.

[…]

September 16, 2010

Ein Artikel der zeit.de über Atom-Gutachter

[…]

Wie die Süddeutsche Zeitung (SZ) berichtet, wird das Kölner Institut auch mit Geldern der Energiewirtschaft finanziert. Demnach zahlen RWE und E.on verteilt auf fünf Jahre jeweils vier Millionen Euro an die “Gesellschaft zur Förderung des EWI”, die das Institut trägt. Weitere vier Millionen Euro kommen vom Land Nordrhein-Westfalen. Entsprechend ist nach Informationen des Blatts auch die Sitzverteilung in den Gremien. Im Verwaltungsrat des EWI würden die beiden Atomkraftbetreiber je eins von insgesamt sieben Mitgliedern stellen. “Manager beider Unternehmen sitzen auch der Fördergesellschaft vor”, schreibt die SZ.

[…]

Ein anderer Artikel der zeit.de über Merkels Atomchaos

[…]

Denn was sind die Ergebnisse? Die Laufzeitverlängerung um im Schnitt zwölf Jahre kann im Extremfall bedeuten, dass neuere Meiler wie das Atomkraftwerk Emsland (“neuer” ist übrigens relativ, es ist seit dreißig Jahren am Netz) erst in dreißig, wenn nicht in vierzig Jahren vom Netz gehen werden. Welch wunderbare Gelddruckmaschine für die Stromkonzerne!

[…]

Absurd auch, wie Schwarz-Gelb die Brennelementesteuer einzuführen gedenkt. 2,3 Milliarden Euro soll sie jährlich dem Bundesfinanzminister bringen. Vehement hatten die Stromkonzerne gegen die Steuer gekämpft, sogar Klagen in Brüssel angedroht. Sie hatten Erfolg: Zwar kommt die Steuer, jedoch nur sechs Jahre lang.

Seit wann werden Steuern von vornherein befristet eingeführt? Eine Regierung kann sie beschließen und dann irgendwann wieder abschaffen. Stattdessen entscheidet sich Schwarz-Gelb für einen öffentlichen Kniefall vor E.on und RWE. Zugleich verlässt sie sich auf freiwillige Abgaben der Atomwirtschaft für den Ausbau von Ökoenergien. Das ist eine Haushaltspolitik, die sich von der Kassenlage der Wirtschaft abhängig macht.

Und die Frage der Sicherheit, der Nachrüstung und Endlagerung des Atommülls? Spielt alles keine Rolle mehr. Das mit Trommelwirbel angekündigte Energiegutachten, das erst vergangene Woche präsentiert wurde? Taucht in den Reden der Regierung kaum noch auf. Die Regierung muss sich die Frage gefallen lassen, auf welcher Grundlage sie sich nun für die Verlängerung der Laufzeiten auf zwölf Jahren entscheidet. Wenn es nicht das als tendenziös geltende und widersprüchliche Energiegutachten war, was bleibt dann noch? Wohl nur das Feilschen zwischen Bundesregierung und Atomlobby.

[…]

Da ist auch ein sehr interessanter Beitrag von ZDF.

July 6, 2010
Ich mag Fussball!

Ja, wirklich! Ein Artikel aus Tagesspiegel.de:

[…] Hochnotpeinliche Momente waren das für uns arme Zuschauer, vor allem, weil Merkel immer noch nicht gelernt hat, wie man ordentlich jubelt. Anstatt die Faust zu ballen oder die Arme hochzureißen, wie das jeder normale Fan macht, knickt sie ihre Arme im rechten Winkel und verharrt dann in dieser Pose, die man sonst nur aus dem Aufbaukurs Step-Aerobic kennt. […] Das wirkt alles so unecht und bewusst für die Kameras inszeniert, dass dem Zuschauer wieder einmal auffällt, welche Pest Politiker doch sind, die sich telegen auf den Ehrentribünen als leidenschaftliche Anhänger präsentieren und sich fabrikneue Schals um den Hals hängen, um noch dem letzten Fernsehzuschauer die eigene Volksnähe zu demonstrieren.

Wie peinlich ist das denn…

7:18pm  |   URL: http://tmblr.co/Z-oSPx5o0YY3
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October 17, 2008
Merkels Wunschkrisenmanager

Was lese ich denn hier bei heute.de?

[…] Kanzlerin Merkel muss sich einen neuen Krisenmanager suchen. Ex-Bundesbanker Tietmeyer sollte die Expertengruppe zur Finanzkrise leiten, […] Der ehemalige Bundesbank-Chef gehört dem Aufsichtsrat des angeschlagenen DAX-Konzerns Hypo Real Estate (HRE) an. […] Die HRE war erst vor zwei Wochen von Bund und Banken mit einem Paket von 50 Milliarden Euro gerettet worden. Tietmeyer saß mehrere Jahre auch im Verwaltungsrat der irischen Depfa-Bank, die die Probleme beim heutigen Mutterkonzern HRE zu großem Teil verursacht hat.

Auch hier bei Financial Times Deutschland

[…] Merkel soll nichts von der Tätigkeit Tietmeyers gewusst haben. Dabei war sein Job bei HRE weithin bekannt. […]

Wow! Tolle Entscheidung von ihr!

6:23pm  |   URL: http://tmblr.co/Z-oSPx5o64M0
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